Team HandbALL gewinnt „wilden Ritt“ gegen Varel – „Sehr happy mit dem Ergebnis“

In einer wilden Schlussphase sicherte Torhüter Willi Wanzek den Sieg bei der HSG Varel. Das Team HandbALL trat mit einem 31:30-Erfolg die Rückreise aus dem Norden an und konnte Platz 3 in der 3. Liga Nord-West behaupten. „Wir liefern ein kämpferisch beeindruckendes Auswärtsspiel ab und holen uns Punkte an einer Stelle, an der es in dieser Saison nicht ganz so viele tun werden“, so THL-Trainer Björn Piontek nach dem Sieg. „Varel stellt eine wirklich gute Truppe, sie spielen guten Handball. Und ja, das war schon ein richtiger Brocken für uns auswärts“, war Piontek erleichtert, dass nach der wilden Schlussphase die Punkte bei den Lippern blieben.

„Wir spielen in der ersten Halbzeit wirklich gut“, zeigte sich der Trainer der lippischen Gäste zufrieden mit den ersten 30 Minuten. „Wir hätten da auch noch deutlich mehr machen können, nur haben wir keine richtig gute Chancenverwertung und lassen tatsächlich viel zu viele liegen“, so Piontek. „Aber wir verteidigen hinten super gegen Joel Hoppe und Nicholas Beck, nehmen die Kreuzungen super weg und Linus Borreck, der nach seinem Pfostenkontakt im Hagen-Spiel wieder im Tor stand, ist gut im Spiel. Also das war eine starke Halbzeit von uns.“ In die Kabine ging es mit einem 21:15 aus Sicht vom Team HandbALL.

„Nach dem Seitenwechsel war Varel erwartungsgemäß nochmal richtig heiß und hochmotiviert“, unterliefen den Jungs aus Lippe direkt nach dem Start in die zweite Halbzeit vier Fehler in Folge. „Die hat Varel gnadenlos ausgenutzt und gefühlt in jedem Angriff dann einen Treffer erzielt“, berichtete Piontek. „Und dann bist du auf einmal nur noch drei weg und ab dato ist das Ding wieder komplett offen und eng.“ Die Gastgeber kamen immer näher ran und konnten in der Schlussphase nochmal bis auf einen Treffer verkürzen.

Auf Seiten der Lipper kam hinzu, dass in der Schlussphase Len Kehrmann punktuell ausgefallen ist und Zurab Gogava seine dritte Zeitstrafe erhielt. „Len ist jemand gegen Ende der ersten Halbzeit auf den Fuß gefallen. Er hat aber nach hinten raus noch mal auf die Zähne gebissen und uns vor allem in der Abwehr sehr geholfen. Zurab ist dann auch raus und Linus kann in den letzten acht Minuten auch nicht mehr spielen, er war aber ja aber erst seit kurzem wieder im Training“, wurde in den Schlussminuten dann Willi Wanzek zwischen die Pfosten beordert.

Dann erlebten die knapp 700 Zuschauer in der Manfred-Schmidt Sporthalle in Varel „eine ganz wilde Endphase“, wie Björn Piontek die letzten Sekunden bezeichnete. „Varel machte dann – wir führten mit zwei Toren – die Abwehr auf. Wir haben aber gleich den ersten Ball verdaddelt und kassieren den Anschluss“, so Piontek. „Im Gegenzug trafen wir aber auch, verlieren aber in Folge abermals die Kugel und müssen den erneuten Anschluss hinnehmen.“ 17 Sekunden vor Schluss nahm Piontek dann seine letzte Auszeit. „Ich wollte das Ganze nochmal beruhigen, aber wir schaffen es dann vier Sekunden vor Ende, den Ball nochmal komplett ohne Not zu verlieren“, war die Partie immer noch total offen.

„Varel lief den Gegenstoß und Willi hält den komplett freien Gegenstoß und hält auch den Nachwurf eine Sekunde vor Ende“, brach danach kompletter Jubel beim Team HandbALL aus. „Wir gewinnen dann am Ende mit einem Tor, sicherlich mit dem nötigen Spielglück, aber am Ende des Tages vielleicht auch nicht ganz unverdient aufgrund der Gesamtspielzeit“, freute sich Piontek.

„Das war schon eine ganz wilde Endphase und ich kann erneut nur den Hut ziehen vor der Truppe. Das, was die Jungs da auch mental abgerissen haben, war super. Dass wir die zweite Halbzeit gerade im Angriff nochmal besprechen beziehungsweise nacharbeiten müssen, das ist sicherlich auch der Fall. Da haben wir uns nicht clever genug angestellt. Aber nach hinten raus behalten wir, mal abgesehen von der Manndeckung, die Ruhe und am Ende sind wir einfach nur sehr happy mit dem Ergebnis“, so Björn Piontek abschließend.

Team HandbALL: Borreck, Wanzek; Webb, Kespohl, Struck, Weyer 6/2, Sundermann 1, Bröhl 6, Bakker, Bilanzola 3, Kehrmann 6, Byczek 3, Gogava 1, Stypinski 5/2.